«Ein starkes Team, respektvolle Führung und das Unmögliche wird greifbar.»

Edwin Krämer, Senior Manager

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Direktor des BFE gab bei ABB einen Ausblick auf die Energietransition

3. Mai 2018 – Ein Jahr nach Annahme des revidierten Energiegesetztes trat Benoît Revaz, Direktor des Bundesamtes für Energie, vergangene Woche bei der Diskussionsplattform Consenec Impuls im ABB-Konzernforschungszentrum in Dättwil auf. Er gab einen Ausblick auf die Chancen der weiteren Transition im Rahmen der Energiestrategie 2050.

Vor einem Jahr hat das Schweizer Stimmvolk das revidierte Energiegesetz als erstes Massnahmenpaket zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 angenommen. Wer wäre besser geeignet, die weitere mögliche Entwicklung zu skizzieren, als der Direktor des federführenden Bundesamtes für Energie (BFE).

Renato Merz mit Benoit Revaz

Renato Merz, Geschäftsführer Consenec (links) begrüsst den Gastreferenten im ABB-Konzernforschungszentrum.
 
Gastreferat in Dättwil
Auf Einladung von Consenec hielt Benoît Revaz vergangenen Donnerstagabend im ABB-Konzernforschungszentrum ein Gastreferat zur «Fülle neuer Chancen» im Zuge der Umsetzung der Energiestrategie 2050.
 

Consenec
... ist das Beratungsunternehmen, das ehemalige Führungskräfte ihrer Trägerfirmen ABB, General Electric und Ansaldo beschäftigt. Die Top-Manager dieser Firmen verlassen ihre ursprüngliche Funktion und Firma im Alter von 60 Jahren und treten in die Consenec AG über. «Consenec Impuls» ist eine Veranstaltungsreihe, die der Weiterbildung, dem Networking und dem Themenaustausch dient. Das Consenec-Modell wurde 1993 von ABB Schweiz entwickelt, um das eigene Kader zu verjüngen und um den Erfahrungs- und Wissensschatz der ehemaligen Führungskräfte weiter zu nutzen. Consenec kann also heuer das 25-Jahr-Jubiläum feiern.

 
Import im Spätwinter
Dabei legte er den Fokus auf den Strommarkt, zumal derzeit die Revision des Stromversorgungsgesetzes im Gange ist. Revaz unterlegte seinen Vortrag mit viel Datenmaterial. So zeigte er auf, dass die Schweiz lediglich während gewissen Phasen im (Spät-)Winter importabhängig sei, was weiter kein Problem darstelle.
 
Zahlreiche Szenarien zur Versorgungssicherheit durchgerechnet
Das BFE hat diverse Szenearien durchgerechnet, auch in Kooperation mit den umliegenden Ländern. Selbst bei einer starken Reduktion der Produktion in Frankreich und Deutschland sei die Versorgung bis 2030 nicht gefährdet – einzig bei einem, schnellen Rückbau der Kraftwerke in der Schweiz. Das ist aber unrealistisch. Revaz verneinte in der Fragerunde jedenfalls die Sinnhaftigkeit eines Gaskraftwerkes in der Schweiz; das rechne sich für einfach nicht. Für Speicherlösungen sieht er aber durchaus Potenzial, ohne auf die Chancen der unterschiedlichen technischen Möglichkeiten dafür einzugehen.

Benoit Revaz

Benoît Revaz ist seit 2016 Direktor des Bundesamts für Energie.

Marktöffnung für neue Geschäftsmodelle
Die Marktöffnung auch für Kleinabnehmer hält Revaz für ein wichtiges künftiges Element. Derzeit können nur Grossverbraucher (> 100‘000 kWh pro Jahr) ihren Lieferanten selber auswählen. Mit einem massenhaften Wechsel sei mit der generellen Öffnung jedoch nicht zu rechnen. Dafür fallen die Stromkosten für Private – im Vergleich etwa zu Krankenkassenprämein – zu wenig ins Gewicht. Aber sie schaffe die Grundlagen für neue, ökologisch sinnvolle Geschäftsmodelle – etwa für lokale Eigenverbrauchs-Gemeinschaften mit Photovoltaik und weitere neuen erneuerbaren Energiequellen.

Treibhausgas-Ausstoss nachhaltig verringern
In der Folge erweiterte Revaz den Blick auf die gesamte Energielandschaft; immerhin basieren ja auch in der Schweiz zwei Drittel des Energieverbrauchs direkt oder indirekt auf fossilen Brennstoffen – Öl, Gas, Kohle. Um den CO2-Aussstoss durchschlagend zu senken, bedarf es vor allem signifikanter Verbesserungen im Verkehr und bei den Gebäuden – sowie bei der Energieeffizienz insgesamt.

Fragerunde mit Benoit Revaz

Fragerunde im Anschluss an den Vortrag: Auf dem Weg der Energiestrategie 2050 sind noch zahlreiche offene Punkte zu klären.

Verkehr und Gebäude im Fokus
Mit dem nun offenbar endlich anstehenden Durchbruch der Elektromobilität auf der Strasse sind die Chancen in Sachen Emissionsreduktion im Verkehr intakt. Bei der energetischen Sanierung bestehender Gebäude brauche es noch einen zusätzlichen Effort. Derzeit betrage die Rennovationsquote rund ein Prozent, womit es zu lange dauere, um die Ziele zu erreichen.

Hoffnung auf weitere Innovationen
«Wir setzen auch grosse Hoffnung in die weitere Entwicklung umweltentlastender Technologien», betonte Revaz abschliessend – passend zum Austragungsort im Konzernforschungszentrum der ABB. 

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